Camiguin Island

Nach einer Reise, die zwei Tage gedauert hat, erreichten wir zur Mittagszeit Camiguin Island. Nachdem wir ein paar Wochen Regen und viele Wolken sahen, ist dies nun der erste Tag, an dem wir einen klaren, blauen Himmel haben und auch über der Insel gibt es keine Wolkenkuppel mehr, wie ich es sonst gewohnt bin von Camiguin. Bisher bin ich nur kurz vor Beginn der Trockenzeit hier gewesen. Jetzt befinden wir uns mitten in dem Umschwung von Regenzeit zur Trockenzeit. Für die nächsten Wochen werden wir in einfachen Umständen bei meinem Papa leben und uns überwiegend von süditalienischer Steinofenpizza und besten Pastagerichten ernähren. Eine weitere Überraschung erwartet uns, denn ein paar Arbeitskollegen sind für ein paar Tage auf Durchreise in Camiguin und wir haben ein paar Tage zusammen, welche wir zum Erkunden der Insel nutzen wollen.

Hier auf Camiguin fühle ich mich am wohlsten, es ist mein zweites Zuhause in den letzten Jahren geworden und ich freue mich immer wieder aufs neue, diese besondere Insel zu besuchen. Touristen sagen, dass diese Insel etwas ganz besonders ist – oft gefällt es ihnen besser als die meisten touristischen Gegendender Philippinen, wie beispielsweise Cebu, Bohol oder auch Palawan.  Read More

Zelten am Strand

Davao City feiert ein 80jähriges Jubiläum und ein Team von Verantwortlichen hat für einige Tage viel Programm geplant. Neben Paraden und diversen Musikshows sind noch so einige andere Dinge geplant und wir entscheiden uns zum Davao-escape und planen einen kurzfristigen Zelturlaub an einem einsamen Strand der Insel Talicud. Zum einen brauchen wir mal wieder eine Familienzeit und zum Anderen müssen wir unseren „Natur-Akku“ wieder aufladen, welcher in Davao recht schnell entlädt.

Eine Frau mit Sombrero fährt auf einem Drahtesel an uns vorbei und rülpst deftig, als sie ein ordentlichen Schlagloch erwischt, ein klares Zeichen, dass wir am Hafen angekommen sind. Wir kaufen ein paar Tickets zur Überfahrt und suchen uns einen Platz in der bereits vollen Fähre. Die Crew wartet, bis das Schiff rappelvoll ist und wir stillen unseren Hunger mit ein paar gekochten Maiskolben und frittierten Erdnüssen – welche unter anderem von der Frau mit dem Sombrero verkauft werden. Entschuldigt bitte, dass wir nicht sehr viel in diesem Eintrag schreiben, wir hängen ein wenig hinterher. Aufgrund von Krankheit und zwei tägiger Reise in unsere neue Heimat, fehlt uns nun die Zeit zum Nachholen – auch da wir zuerst Fokus auf den Eintrag „Zauberei auf Talicud“ gelegt haben. Seht diesen Eintrag einfach als eine kleine Fotogalerie 🙂

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Zauberei auf Talicud

english version available here: http://oneyearpinoy.de/witchcraft-in-talicud/

Davao war stressig die letzte Zeit, so haben wir uns entschieden einen kleinen Urlaub auf Talicud Island zu machen (Beitrag dazu folgt noch). Allerdings wollen wir dem Post noch etwas zuvorkommen, da wir eine interessante Begegnung hatten, die für uns einmalig war und wir so etwas noch nie erlebt haben.

Am zweiten Tag unseres Aufenthaltes sitze ich wie gewohnt zur Mittagszeit im Schatten und beobachte die Philippinos. Wenn sie nicht gerade ein paar Selfies mit Samuel machen (Aaron rennt immer weg), dann machen sie vor dem Meer ein Selfie, um dann in Anschluss noch ein Selfie in die entgegen gesetzte Richtung zu machen. Handys werden hier mit „Selfie Cam“ beworben oder diverse Modelle aus China tragen auch den Namen Selfie. Auch ich mache Selfies, aber nicht so oft und auch nicht den ganzen Tag. Als ich so die freundlichen Philippinos betrachte und mit der einen oder anderen Gruppe ins Gespräch komme, fällt mir auf, wie ein alter Mann von zwei Frauen gestützt zum Meer begleitet wird. Er macht kleine Schritte, so als ob er gerade erst Laufen lernt und es dauert eine Weile, bis er an die durch die Ebbe zurückgedrängten Fluten kommt. Dann dauert es noch einmal eine Weile, bis das Wasser auf Oberrschenkelhöhe ist. In mir regt sich ein bekanntes Gefühl und ich weiß, dass es sich hier um etwas Spirituelles handelt. Ich beobachte die Situation noch eine Weile und überlege, ob sie den Mann taufen wollen oder was eigentlich genau gemacht wird. Etwas wirkt komisch an der Situation. Mittlerweile sitzt der alte Mann im Meer und wird mit ein paar Hohlhänden voller Wasser gereinigt. Auch das geschieht langsam und so geh ich schon Mal meine Kamera holen – ich habe das Gefühl es könnte interessant werden – und mein Gefühl lässt mich nicht im Stich!

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People´s Park

Heute ist tolles Wetter und wir gehen in einen wunderschönen Park in Davao. Er heisst People´s Park und ist wie eine kleine Oase in der hektischen Stadt, mit vielen Skulpturen, Schatten durch Bäume und einem großen Spielplatz. Wir sind verabredet mit einigen Leuten aus der Gemeinde unserer Gastgeber Christian und Adela. Die Idee ist, rumzulaufen und allen Leuten, die es hören wollen, zu erzählen, was Jesus für uns getan hat und wenn jemand Gebet braucht, zu beten. Ich hör schon den ein oder anderen nach Luft schnappen. 🙂 „Peinlich!“ denken sich häufig wir Christen, „aufdringlich!“ denken sich viele Nichtchristen, oder? Das habe ich mir zumindest häufig gedacht.

Inzwischen sehe ich das anders und das ist auch der Grund, warum ich heute im Park bin. Ich hab jemanden kennengelernt, der mein Leben komplett auf den Kopf gestellt hat und wenn ich nicht darüber sprechen möchte, muss ich mir schon den Mund zubinden, denn seit ich Jesus kennengelernt habe, kann und will ich nicht mehr aufhören, über ihn zu sprechen. Und inzwischen habe ich schon oft erlebt, was für tolle Dinge passieren, wenn wir uns trauen, einfach mal jemanden anzusprechen, der vielleicht nur darauf wartet. Ich habe letztes Jahr damit angefangen, einfach Leute anzusprechen, wenn ich den Eindruck hatte, dass Gott mich auf sie hinweist. Das erste Mal ist es im Spreewald passiert. Ich war hochschwanger und insgesamt ziemlich erschöpft, hatte aber gerade an diesem Morgen zu Jesus gesagt, dass ich gerne auf ihn hören will, wenn er mir etwas sagt. Wir sind als Familie Kanufahren gegangen und haben einfach den Tag genossen, als wir ein Teenagerpärchen am Kanalrand sitzen sahen und ich plötzlich den Eindruck hatte, dass Jesus mich auf sie aufmerksam macht und ich für sie beten soll. „Oh nein, wie peinlich, was sag ich denn da? Die hält mich doch für bescheuert“, ging es mir durch den Kopf. Da fiel mir ein, was ich gerade am Morgen zu Jesus gesagt hatte. Also fasste ich mir ein Herz und sprach sie an. „Hey, klingt vielleicht komisch, aber kann ich vielleicht für dich beten?“ fragte ich lächelnd. Ihr stiegen Tränen in die Augen und sie sagte: „Ja bitte. Ich bin auch Christ.“ Sie war ziemlich belastet und es war genau der richtige Augenblick für Gott, aufzutauchen und ihr zu zeigen, dass er sie nicht vergessen hat. Hinterher erzählte mir Enno, der zu dem Zeitpunkt an einer anderen Stelle gestanden hatte, dass auch er den Eindruck hatte, Jesus habe ihm gesagt, er solle für sie beten. Leider hatte er sich von denselben Gedanken abbringen lassen, die auch ich im Kopf hatte. Dieses Erlebnis letzten Sommer hat uns beide aber zum Nachdenken gebracht. Wir können den Leuten nur bis vor den Kopf gucken. Auch wenn jemand fröhlich aussieht, kann es in ihm ganz anders aussehen und wenn wir Gott vertrauen, führt er uns schon zu denen, die nach ihm rufen.

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Samal Island Erstkontakt

Es ist 7 Uhr und ich hüpfe schnell aus dem Bett, bevor die Kleinen wach werden und die Hälfte der Kaffeeenergie aufbrauchen. Vor dem Haus ist es bereits heiß und das Wetter hat sich zum Guten gewendet, denn das Tiefdruckgebiet ist weiter gezogen und hinterlässt nun keine tiefen Pfützen und kalte Luft, dafür schafft es aber Platz für blauen Himmel und jede Menger Hitze. Super. 

Nach dem Frühstück geht es zu acht im Auto auf den Weg zum Hafen, an dem die Fähre nach Samal ablegt. Der Verkehr von Davao ist etwas besonderes, es gibt eigentlich jeden Tag Stau, da das Straßennetzwerk nicht klug angelegt wurde und auch der Fokus in zukünftigen Investitionen kaum auf Straßen gerichtet ist. So nehmen wir heute die Diversion Road, welche zum Glück vierspurig ist, jedoch auch ihre Tücken hat – so zum Beispiel eine der drei Brücken, die den Davao River überquert. Aus einer vierspurigen Straße wird dank der zweispurigen Brücke ein Nadelöhr, so dass wir schon vom Hügel aus den Kilometerlangen Stau sehen. Klimaanlage funktioniert schon lange nicht mehr, der Fahrtwind fehlt und der Auspuff des LKWs neben uns pustet unsere Kabine mit ungefilterten Abgasen voll. Gut, dass wir so früh losgefahren sind, denn der Verkehr ist für Davao Verhältnisse noch sehr gut. Wenig später, also eine Stunde oder so, sind wir dann am Hafen, der nur 20 Km entfernt ist. 

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Vulcanizing in Davao

Es ist viel passiert in den letzten Tagen, vieles davon fand im verborgenen statt, so dass es für mich den Anschein erweckt, als ob wir uns nicht genug bewegen. Neben bürokratischen „Erlebnissen“, den Besuch von Kopfläusen und jeder Menge Regen, der angenehme Kühle mit sich bringt,  ist nicht wirklich viel passiert. Die Schulen hier haben keine Läusepolizei, so dass bei Befall von Läusen eigentlich nicht viel passiert – im Grunde gar nichts. Nur dass die Schulkinder die Läuschen dann mit nach Hause, zu ihren Freunden oder in unser Schlafzimmer tragen. Läuse sind hier relativ normal, da bis auf makroskopisches kopfkraulen nicht viel dagegen unternommen wird, da die chemische Keule Permethrin, ein Insektizid und Nervengift, für die meisten Menschen zu teuer ist. Für eine Packung, die in etwa so groß ist wie ein eingepacktes Kondom, gibt es immerhin ein Kilogramm Reis.  Es gibt auch die Möglichkeit mit Kokosnussöl die Haare einzuschmieren, so dass die lebenden Viecher ersticken und mittels beigemischtem Essig die Nissen leichter zu entfernen sind, aber wir wollen keine Experimente mit dem kleinen machen und meine Frau entscheidet sich kurzerhand den kleinen Aaron in ein glatzköpfiges Etwas zu verwandeln. Der kleine Samuel ist bisher immun gegen Mückenstiche und wohl auch gegen Läuse, da seine leicht fettige Erscheinung und die glitschige Schwitzeschicht ihn wohl nicht attraktiv genug für Schädlinge erscheinen lässt, jedoch ausreicht, um die Schulklassen, die ihn unterwegs sehen, zum Kreischen zu bewegen. Süß der Kleine!

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Valencia Bukidnon – Seminar

Gegen 20:00 Uhr mache ich mich auf den Weg, um mich mit ein paar Freunden am Busbahnhof zu treffen. Während ich mich zum Treffpunkt begebe, brüllt die Musikbox des Jeepny Partymusik in die Kabine  und der Fahrer fährt nur mit einer kurzer Unterbrechung – um zwei Blinden über die Straße zu helfen – mit ordentlichen Tempo durch den Verkehr Richtung Treffpunkt. Einige Freunde sind bereits dort und wir warten zusammen auf den Rest der Truppe, die eigentlich mit einer Größe von 13 Personen geplant war, jedoch zur Abfahrt 20 Personen betrug.

Busbahnhof Davao

Wartende Personen haben hier die Möglichkeit mittels der Klappliegen auf den nächsten Bus zu warten – natürlich keine Garantie auf mögliche Diebstähle.  Unser Ziel ist das Herz von Mindanao, Bukidnon. Valencia ist das Herzstück dieses Gebietes und ist bekannt für seine reichhaltigen Ernten, vor allem Zuckerrohr wird hier angebaut. Der Gedanke an ein paar ordentliche Stangen Zuckerrohr weckt in mir die Freude, da es hier in Davao zurzeit kein Zuckerrohr gibt. Valencia wird auch die Stadt der goldenen Ernten genannt, ich bin gespannt ob es sich tatsächlich so verhält.

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Drei Erdbeben und eine kleine Gasse

Heute beginnt der Tag ein wenig hektischer als sonst. Das Wasser soll für zwei Tage in der Gegend abgestellt werden; daher gehen alle noch einmal gründlich duschen und Wasser für die Toilettenspülung, zum Kochen und Geschirr- und Händewaschen wird in Behälter gefüllt. Auch der kleine Samuel kommt nicht um die kalte Dusche herum. Er weiß schon genau, was ihn erwartet, lacht und windet sich wie ein kleiner Fisch, noch bevor ich das Wasser an mache.

Nachdem alle Vorbereitungen getroffen sind, verläuft der Tag wieder ruhiger. Die Kinder haben sich zum Mittagsschlaf hingelegt, als plötzlich der Boden anfängt zu ruckeln und die Wände und Möbel wackeln, ein Erdbeben Stärke 4,6. Für uns deutlich spürbar und wir springen schnell aus dem Haus, so wie wir es gelernt haben, für den Fall, dass die Decke einstürzt. Nach einigen Sekunden ist alles vorbei und wir gehen wieder rein. Später erfahren wir, dass es tatsächlich Verletzte in Davao gab. Vor einer Schule ist eine Bushaltestelle mit Betondecke umgefallen und hat wohl zwei Schüler verletzt. In unserem Haus ist nicht einmal etwas runter gefallen. Ich fühle mich nur noch einige Stunden seekrank. An diesem Tag gibt es noch zwei weitere Erdbeben in Davao, nur wenige Km von unserem Wohnort entfernt – ohne weitere Probleme.

Es ist relativ neu, dass es hier in Davao Epizentren gibt, da behauptet wird, dass es keine tektonische Spalte gibt. Neue Aufzeichnung zeigen aber deutlich, dass es vertikale Spalte gibt, die vom norden Mindanaos über Davao verläuft.

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Ma-a Schmiede

Kokosnüsse gehören mit zu meinen Hauptnahrungsquellen hier, man kann sie fast überall kaufen. Gerade abseits der Hauptstraßen besitzt jede Familie mit einem größeren Grundstück ein paar der Kokospalmen und verkaufen die Früchte für einen Durchschnittspreis von 20 Peso. Jedoch muss man sich erst durch eine mehrere Zentimeter dicke faserige Schicht und einer sehr festen Schale arbeiten, um an das leckere Wasser und das Fruchtfleisch zu kommen. Dafür ist ein bestimmte Art von Machete sehr nützlich, das Bolo. Bolos werden hier viel hergestellt, aber ich war bisher nicht sehr zufrieden mit diesen, da diese aus schlichtem chinesischen Stahl bestehen, sehr schnell oxidieren und die Schärfe nicht lange halten. Zudem färbt die Oxidschicht die Schnittflächen der Kokosnuss schwarz an, so dass man beim Trinken ohne Stohhalm einen schwarzen Oxidlippenstift erhält. Man kann dem entgegen wirken, in dem der Stahl geölt wird, so dass der Stahl eine kleine Schutzschicht vor der Luft hat. Aber es ist mir zu aufwendig und zu dem schmiert das Öl dann alles voll. Der Garten ist voller Kokosnüsse und mein Hackebeil ist bereits schartig von den ersten paar Kokosnüssen, so dass ich den Schleifstein schon einige Male in gebrauch nehmen musste. Zur Verfügung steht noch ein altes Bolo aus chinesischem Stahl, welches zwar mit genannten Macken funktioniert, aber da es nicht mir gehört, lässt es sich auch nirgendwo mit hinnehmen. 

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Tiangehan market Fotoeindrücke

Die Menschen in Surigao unterscheiden sich ein wenig von den Leuten im Rest des Landes. Zum einen sagt man, dass die Einwohner von Surigao sehr mutige Menschen sind, da sie an der Pazifikküste gegen die Stürme kämpfen und sich auf dem Wasser gegen die hohen Wellen behaupten. Zum anderen sagt man, dass Surigaonon sehr warmherzige Menschen sind, welche besonders aufgeschlossen sind gegenüber Fremden. Sie öffnen dir das Haus und behandeln dich wie ein Familienmitglied. Auf der anderen Seite sind sie das einzige Volk, dass sich mit Flüchen begrüßt, dabei gilt je tiefer die Freundschaft und je höher die Wiedersehfreude, desto deftiger fällt auch der Fluch aus. Menschen aus Surigao können auch besser den aktuellen Präsidenten verstehen, der teilweise in diesem Gebiet aufwuchs – und wer ihn kennt, weiß auch von seiner Offenheit zum Thema Fluchen. Wer unvorbereitet in die Kultur der Surigao eintauchen will, wird sicher an der einen oder anderen Stelle einen Fehler begehen. Als Beispiel möchte ich nennen, dass die Surigaonon gegensätzlich zu uns reagieren, wenn sie sauer werden. Anstatt laut und ungehalten zu reagieren, werden sie leiser, die Stimmlage dumpfer und langsamer. Wenn man dann noch antwortet mit „was willst du“, dann sollte man sich lieber schleunigst aus dem Staub machen, denn dann ist der Griff zur Machete nicht mehr weit. 

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