Aktuelle Geschehnisse

Inzwischen ist bei uns so etwas wie Alltag eingekehrt. Enno geht morgens meist zur Baustelle gegenüber und arbeitet an dem Haus, das doch wesentlich länger dauert als wir dachten. Und ich verbringe den Tag mit den Kindern mit allem, was so ansteht. Meist waschen wir morgens die Wäsche, was eine Weile dauert, da alles mit der Hand gemacht wird. Trotzdem ist das meine Lieblingshausarbeit. Es macht Spaß, die Hände im Wasser zu haben und die Kinder geniessen es auch. Aaron hilft schon manchmal mit. Samuel auch, wobei seine Hilfe darin besteht, die Seife zu essen und mit der gewaschenen Kleidung den Boden zu wischen. Daher wird er auch manchmal ausgeladen, wenn es ans waschen geht :). Read More

Motocross Trail

Vor zwei Wochen war ich in einer Werkstatt und wurde dort zu einem kleinen 5 Stündigen Motocross Ausflug in den Bergen von Camiguin eingeladen. Da ich noch nie Motocross gefahren bin und sie mir auch versicherten, dass es nur einfache Wege sein, hab ich zugesagt und so kommt es, dass ich heute gegen Mittag mich auf dem Weg zum Treffpunkt mache. Den Tank habe ich fast leer gelassen, denn ein voller Tank ist zusätzliches Gewicht, welches man beim möglichen Umfallen stemmen muss.

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Visa im Kriegsgebiet

Vor knapp einer Woche wurde im Gebiet von Mindanao das Kriegsrecht ausgerufen. Eine Gruppe von islamistischen Terroristen hat versucht die Stadt Marawi, kaum 200km von hier,  unter Kontrolle zu bringen, bzw. dort einfach nur Chaos angerichtet. Neben angezündeten Krankenhäusern und Schulen, wurden auch etliche Menschen getötet, manche gefangen genommen und später hingerichtet – das übliche Bild von enthaupteten Christen überrascht auch keinen hier. Mittlerweile gibt es über 200.000 Flüchtlinge und die Todesopferanzahl ist bereits auf über 170 Personen gestiegen. An sich sind terroristische Aktivitäten hier auf Mindanao nichts ungewöhnliches und es wurde schon oft mit dem Gedanken gespielt, das Kriegsrecht auszurufen. Dies ist aber ein zweischneidiges Schwert, da die Armee die Kontrolle über die Funktion der Regierung übernehmen kann, und zu Gunsten der Regierenden arbeiten kann, ohne zur Rechenschaft gezogen zu werden. Kein Wunder, das viele hier den Ausnahmezustand als zu drastische Maßnahme ansehen, da eher gefürchtet wird, andere Gruppen dadurch zu schaden – beispielsweise der NPA (new people army), welche eine kommunistische Terrorgruppe hier ist, welche sich gerne gegen die Regierung richtet. Manche munkeln, dass der Präsident nur auf einen Vorwand gewartet hat, Martial Law auszurufen.

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Freie Fahrt

Der Sonntag ist zurzeit unser einzig freier Tag, welchen wir gerne intensiver nutzen, um weitere Ausflüge oder längere Besuche zu machen. Durch die Bauarbeiten bleiben am Abend 2-3 Stunden Tageslicht übrig, welche wir zum Einkaufen und für Besuche nutzen.

Heute habe ich mich entscheiden,einen Teil des Tages alleine unterwegs zu sein, da wir in letzter Zeit kaum für uns Zeit hatten. Sarah hat den Vormittag für sich nutzen können – und so bin ich mit unser neu erworbenen Maschine in die Berge gefahren. Vor einigen Tagen habe ich diese aus zweiter Hand erworben und schon ein paar Tage später habe ich sie zur Werkstatt bringen müssen, da ich den Verdacht hatte, das etwas mit der Herzklappe /Zylinder) nicht stimmte – nach Justierung klingt der Motor nun fast normal und nun wollte ich das Teil mal unter Vollast den Berg hochjagen.

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auf der Baustelle – Teil 2

Es ist  eine kleine Weile vergangen und wir kommen mit unserem Projekt Stück für Stück voran. Wir haben die geplanten Termin zur Fertigstellung allerdings schon hinter uns gelassen, aber wie auch im Leben schauen wir nach vorne, und nicht mehr zurück. Vieles hat sich als Zeitverzögerung rausgestellt, aber nun ist es soweit, dass wir das ganze alte Holz rundum erneuert haben. Okay, nicht alles, nur noch am Dach fehlen einige Streben, der ersetzt werden wollen, aber immerhin hat das Dach nun einige tragende Elemente. Read More

Auf der Baustelle – Teil 1

Seit  knapp einem Monat sind wir nun auf Camiguin und haben die Zeit genutzt, um ein wenig mehr Zeit für uns als Familie zu haben und um auch mehr Zeit zu haben, in der wir uns zurück ziehen, um zu hören, was der nächste Schritt für uns ist. Wir haben uns vorgenommen wieder zurück in die Region von Davao zu ziehen, um uns dort ein Haus zu mieten, aber Gott möchte, das wir hier bleiben und so haben wir nun angefangen, uns nach einem Zuhause umzuschauen.

Wir haben bisher in einem alten Cottage gewohnt, mal in einem Zimmer und jedesmal ohne eigene Küche, was auf einem Gelände mit viel Steigung auf die Dauer recht anstrengend sein kann – da wir nicht nur zum Kochen den Hügel hochlaufen müssen, sondern auch  die Kinderchen und der Rucksack mit Wechselsachen möchte hochbefördert werden. Was anfangs noch anstrengend war, geht nun recht locker von der Hand, da sich die Muskeln, die wochenlang schliefen, nun wieder gestärkt haben. Sarah, die nicht so hitzeresistent ist wie ich, findet es noch immer recht anstrengend. Jedoch ist dies keine Langzeitlösung für eine Familie, in einem kleinen Raum zu wohnen. An dem Tag, wo wir die Bestätigung zum Längerbleiben bekommen haben, haben wir einen Nachbarn, Oliver, kennen gelernt. Zwar wusste ich schon vorher von ihm, habe aber nie mit ihm gesprochen. Als wir nun ins Gespräch kamen (er ist öfters früh morgens mal hier oben im Restaurant, da hier seine erste von sieben Kaffeestationen ist, welche er am Tag abklappert) stellt sich heraus, das ihm langweilig ist und er hat uns angeboten das alte Cottage mit mir zusammen umzubauen. Er hat, was hier unüblich ist, auch großes Gerät dafür da, wie Kreissäge, Schleifmaschine für den Boden und genug Wissen (was hier auch oft unüblich ist). Darüber hinaus möchte er kein Geld, sondern einfach nur was zu tun und wir müssen nur für das Material bezahlen (und ggf. für Arbeiter, wenn nötig). Da wir unter dem Haus noch jede Menge Holz haben, wird der Umbau, je nach dem wie viel „Luxus“ man möchte, zwischen ein paar hundert Euro und ein paar tausend Euros liegen. Wir entscheiden uns für einen Mittelweg und planen 1000 Euro ein, zzgl. Interior.  

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Holy week – Event auf Camigiuin Island

Eine Woche vor Ostern beginnt auf Camiguin die Holy Week, ein katholisches Spektakel, welches uns bisher erspart geblieben ist – da wir kurz vorher schon zurück nach Deutschland geflogen sind. Denn während dieser Zeit pilgern tausende Menschen aus ganz Mindanao auf die kleine Insel Camiguin und legen einen Teil der Insel regelrecht lahm. Jegliche Touristenattraktion ist dermaßen überfüllt, dass ich an zuhause erinnert werde, an die vollen Züge, die überfüllten Seen im Sommer und natürlich an die Freibäder, welche ich schon seit Jahren meide. Der Ausblick unserer Terrasse zeigt jeden Morgen das gleiche Bild – eine überfüllte Sandbank im Meer, White Island. Außerhalb der Holy Week befinden sich morgens nur eine handvoll Menschen dort, doch seit beginn der Woche gleich White Island einem Ameisenhaufen, der von einer kleinen Armada Fischerboote hin und her transportiert wird. An einem Morgen staunte ich, als ich White Island leer vorfand – jedoch war der Grund dieser, dass sich in der Gegend ein Boot mit Abu Sayaf Terroristen rumtreibt, die bereits auf der Nachbarinsel in ein Gefecht verwickelt wurden, in welchem 9 Menschen starben. Es gibt eine Ausgangssperre für Boote und auch unser Kindergeburtstag, zu welchem wir eingeladen wurden, wurde von 8 Soldaten bewacht-sicher ist sicher. So beobachte ich von der Terrasse die größere Boote, die sich zwischen uns und Bohol bewegen und warte auf einen kleinen Luftschlag der philippinschen Airforce – welcher aber ausblieb. Das wäre mal ein Ausblick gewesen! Es scheint das die Terroristen ihre Strategie ändern, wie auch bei uns in Europa, unvorhersagbar irgendwo zuzuschlagen. Es ist das erste mal seit Jahren, dass sie sich so weit von ihrem Sumpf im Süden bis hierhin vorgewagt haben. 

Aber auch die Abu Sayaf hält die Menschen nicht davon ab, wieder die Insel zu besetzten und weiterhin ihr Ziel zu verfolgen – zum alten Vulkan zu pilgern, wo ein alter Wanderweg ist.  Read More

Alltag – Kurzbeitrag

Kühl war es in den letzten Tagen, denn ordentlicher Wind gemischt mit jeder Menge Regen hat uns zu entpannten Tagen verholfen. Tagsüber verließen wir kaum das Haus und waren viel mit unseren neuen Freunden zusammen, welche für zwei Wochen mit uns zusammen auf dem Grundstück wohnen.

Gegen Nachmittag klärte das Wetter dann auf, so dass wir unsere Erkundungstouren auf den Nachmittag verschoben haben und den Ausflug gleich zum Sonnenuntergangbetrachten genutzt haben. Ein Ausflug endet gerne in einem Restaurant, von denen es jedes Jahr mehr gibt. 

Restaurant umgeben von Reisfeldern

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Mantigue Island

Mr. Doh, so wie Samuel hier liebevoll genannt wird, schwitzt ordentlich, denn heute ist es richtig heiß. Sommer ist zurück gekehrt und hat dem Tiefdruckgebiet ordentlich eine ordentliche Schelle gegeben. Da kein Lüftchen wehte, haben wir uns heute entschieden, zu einem wunderschönen Strand zu fahren, zusammen mit unseren neuen Freunden Nick und Elisa, welche gerade hier auf dem Grundstück wohnen. Während der nächsten Tage wird es voll werden hier auf Camiguin, dazu schreiben wir sicherlich noch etwas – aber aus diesem Grund haben wir uns entschieden heute auf die Mantigue Insel überzusetzen, bevor tausende Touristen die Insel in Beschlag nehmen, und deren vollbepackten Boote, wie einst die Landungsboote der die Japaner vor knapp 75 Jahren, auf dem Sand kurz vor dem Strand auflaufen.

Aus einem frühen Start wurde nichts, denn es gab noch einige Verzögerungen, so dass wir erst kurz vor beginn der Mittagssonne aufbrechen konnten. Da eines unser Motorräder vor ein paar Tagen kaputt gegangen ist, was Sarah erst bei einer Bergabfahrt merkte, mussten wir eng packen – denn auf dem Motorrad ist nicht mehr viel Platz. Nach einem kurzen Snack-Einkauf in dem Hauptdorf machen wir uns auf den Weg zur anderen Seite der Insel. Von dort kann man den Sonnenaufgang sehen, auf unserer Seite den Sonnenuntergang. Für die Mittagssonne ist der Faktor allerdings nicht entscheidend, denn diese brennt einen die Oberschenkel rot, welche man gerne beim Eincremen vergisst – durch das Aufsetzten auf das Motorrad rutsch die Hose meistens ein paar Zentimeter hoch – fatal! Für mich gibt es allerdings keine Gefahr, denn das ganze Gepäck und die Tüten, welche am Gepäck befestigt werden, spenden meinen Oberschenkeln Schatten, dafür kann ich allerdings die Schaltungen und Bedienfelder nicht mehr sehen und begebe mich auf eine kleine „Blindfahrt“. Read More

Camiguin – unser Zuhause

Wir sind nun für zwei Wochen auf der Insel Camiguin, welche wir bereits mehrmals bereist haben und welche unser Zuhause auf den Philippinen geworden ist. Auch haben wir schon tolle Sachen erlebt und einige entspannte Tage verbracht. Während der ersten Woche haben wir viel Zeit für innere Prozesse verwendet und sind nicht viel unterwegs gewesen, mit Ausnahme der Aktivitäten mit unserer Arbeitskollegen. Diese Woche hatten wir dann den Startschuss und waren an einigen Projekten beteiligt. Wir haben zum Einen unsere alten Freunde einer Gemeinde hier besucht und konnten schon tolle Gespräche mit ihnen führen und ein paar organisatorische Gespräche sind noch in der Warteschleife, zum Beispiel möchten wir einmal gerne in das hiesige Krankenhaus gehen und einen kleinen Einsatz dort machen. Anfangs der Woche waren wir bei einem kleinen Outreach beteiligt, und haben ein paar Häuser hier in den „Bergen“ besucht, was ganz spannend war. Es regnete allerdings in Strömen, so dass ich meine Kamera zuhause lies, doch erfreue ich ich immer wieder über die Einfachheit der Dinge hier oben.

Das Wetter schlug noch einmal um, ein Tiefdruckgebiet hat sich hier gebildet und es regnete tagelang, manchmal deutet das auf einen kommenden Taifun hin. Zirka zwanzig Taifune suchen die Philippinen jedes Jahr heim, das kann über das ganze Jahr verstreut sein. Aus Amerika hören wir oft von einem Hurrikan, hier hören wir oft von einem Taifun – der Unterschied zwischen den beiden tropischen Wirbelstürmen ist die geografische Lage, in der sie entstehen. Taifune werden die Wirbelstürme hier in süd-ost Asien genannt, sowie in bestimmten Zonen des Pazifiks. Das warme, großfläche Wasser begünstigt deren Entstehung. Ich erinnere mich an unseren letzten Katastropheneinsatz vor zwei Jahren in einem verwüsteten Gebiet abseits der Zivilisation, in denen wir Zugang zu Dörfern hatten, die man sonst nicht betreten kann. Dort hatte eine Taifun ein Gebiet komplett zerstört, welches in etwa die Größe eines Bundeslandes hatte. Mit komplett zerstört meine ich wirklich komplett zerstört – über 95% der Bäume wurden entwurzelt und die Menschen konnten nirgends Zuflucht suchen und waren dem Sturm ausgeliefert. Gemeindemitglieder sind in einen kleinen Betonmischer gesprungen – philippino-style Schutzbunker quasi. Auf Camiguin stürmt es aber nicht so heftig, da die großen Inseln, welche drumherum liegen, für genug Reibungsfläche des Sturmes sorgen, dass es hier nur zu kleinen Ausläufern kommt. Gestern bin ich mit einer kleinen Gruppe in eins der hiesigen Gefängnisse gegangen, für die fast wöchentliche Gefängnisarbeit. Einen Beitrag dafür werde ich in Zukunft noch einmal schreiben, wenn sich die Zeit findet.

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