Olongapo – Manilareise 1. Teil

Olongapo , der Start unserer Reise nach Manila. Vor einem Monat hatten wir Kontakt zu einer Gruppe in Manila bekommen, welche an einem Seminar zum Thema Krankenheilung, Evangelisation und ähnliches interessiert war. Da wir auch in der Nähe von Manila, in Olongapo Freunde hatten, haben wir uns entschlossen, die Einladung der Gruppe anzunehmen, und den ersten Teil der Reise mit einem Kurzurlaub bei unseren Freunden in Olongapo zu starten. Auch hatten wir schon viele vereinzelnde Anfragen aus dem Gebiet um Manila erhalten und so hatten wir schon seit einer Weile auf dem Herzen, all diese Menschen mit einander zu verknüpfen und ihnen zu helfen, ein Netzwerk aufzubauen. 

Olongapo liegt nord-westlich von Manila und hat einen kleinen Küstenabschnitt, welcher das Südchinesischen Meer streift. Unser Freund Dennis schaffte es nicht uns vom Flughafen abzuholen und so sind wir nach den beiden Inlandsflügen, welche uns von Camiguin über Cebu nach Manila gebracht haben, mit dem Bus Richtung Olongapo gefahren. Der Verkehr in Manila ist fast immer das erste was erwähnt wird, falls man auf das Thema Manila stößt. Der Verkehr in Manila ist wirklich so schlimm, wie es alle erzählen. Zum einen kümmert sich die Politik nicht wirklich darum, da die meisten politischen Gruppen nur innerhalb ihres Regierungszeitraumes denken. Gerade die Verbesserung der Infrastruktur  überdauert den Regierungszeitraum und zudem ist es nicht so attraktiv für die eigene Tasche der Politiker. Die Fahrt mit dem Bus dauerte knapp 5 Stunden und so kamen wir nach einer 12 stündigen Reise bereits müde an. 

Dennis und seine Frau Stella wohnen mit ihrer Tochter in einem alten Haus, welches aus einem riesigen Raum mit Küche besteht, von welchem aus mehrere Schlafzimmer abgehen.

Abendessen

Wir verbrachten einen schönen entspannten Abend, für mich der letzte für die kommenden 7 Tage, an denen ich noch gesund und voller Energie bin. Für den nächsten Tag wurde bereits ein Ausflug geplant nach Camayan Beach, welcher an einer großen Bucht liegt. Dort in der Bucht liegt auch ein gesunkenes amerikanisches Kriegsschiff, welches 1946 von einem japanischen Uboot getroffen und später versenkt wurde, da es zu stark beschädigt war, jedoch nicht von selber gesunken ist. Vieles in Olongapo erinnert noch an die verschiedenen Zeiten der Besetzung, die der Japaner und die der Amerikaner. Olongapo bedeutet übrigens soviel wie „Kopf der Ältesten“. Es setzt sich aus den Wörtern Olo (Kopf) und apo (Enkel, bzw Älteste) zusammen. Früher gab es hier viele vereinzelnte Stämme, so erklärte uns Dennis, und bildeten hier einen Ort der Zusammenkunft, um die Zukunft der einzelnen Stämme zu lenken. 

unterwegs zum Strand

Die Fahrtdauer zum Strand war eigentlich mit 1,5 Stunden geplant, aber aufgrund schlechter Straßenqualität und den ständigen Serpetinen, brauchten wir für die Strecke ca. 2,5 Stunden. Dabei überquerten viel einige Baustellen und konnten uns an den Bergen und Hügeln satt sehen. Hier oben ist die Fauna anders als bei uns auf Camiguin, es gibt viele Laubbäume, die uns an Europa erinnern. Gelegentlich erinnerte uns ein Bananenbaum daran, dass wir uns weit weg von zuhause befinden.

Das Ziel war ein neu errichtetes Wohngebiet, welches sich noch im Bau befindet, jedoch schon weit genug fortgeschritten ist, um Geld zu machen. Üblich sind bauten von „Subdevisions“, Wohngebiete, welche mit Mauern eingeschlossen sind und nur über einen bewachten Eingang zu erreichen sind. Diese Subdevisions sind quasi kleine Ministädte, oft auch ausgestattet mit Einkaufsläden. Es trennt auch sehr gut die Reichen von den Armen. Eine solche Subdevision wurde nun an dieser Bucht gebaut, in der Hoffnung viele Menschen anzulocken. Der m² Preis ist mittlerweile auf 300€ angestiegen – ein lukratives Geschäft, da die Käufer des Gebietes nur einen Bruchteil dafür bezahlt haben. 

angekommen

Der Eintritt von knapp 20€ pro Person, sowie die fertig gestellte Strandanlage mit überteuerten Restaurants und Pools soll Menschen aus Manila anlocken – potentielle Käufer. Denn lässt man sich durch die Anlage führen und Musterhäuser zeigen, bekommt man den Eintritt umsonst – so wie kostenlos in die Anlage kamen. Wer aus Camiguin kommt, ist bereits mit Natur und Strand verwöhnt, so war für uns der eigentliche Strand keine Attraktion, jedoch war das Flair mit den ganzen Restaurants, den Sitzmöglichkeiten, der Livemusik und der abendlichen Fakel-show für uns etwas anderes, als wir bisher gewohnt waren. Die Fakel-show hatten wir übrigens auf Kosten des Pancake Houses eingetauscht. 

Strandpromenade

Für uns fühlte es sich nicht mehr richtig nach Philippinen an, alles hat einen westlichen Touch, bis auf die philippinische Musik. Während Sarah mit den Kids und unseren Freunden am Pool abhing, passte ich auf unsere Sachen auf und legte mich auf die Wiese, wo ich gleich einschlief. Der erste Tag der Krankheit hat begonnen und ich fühlte mich ausgelaugt, aber noch gut genug diesen Tag zu genießen. 

Das Konzept scheint aufzugehen, denn es sind viele Menschen heute hergekommen. Es gibt übrigens auch eine Verbindung mit einer Hoovercraft-Fähre aus Manila, welches in knapp 1 Stunde diesen Ort hier erreicht. Über Land braucht man das 4-5 fache dafür. Im Meer sollte eigentlich eine aufblasbare Kletteranlage sein, mit Wasserrutschen und ähnliches, jedoch haben wir erfahren, dass esa erst Ende Dezember ankommen soll. Ein Baywatch-typischer Aussichtsturm für Rettungsschwimmer darf natürlich auch nicht fehlen…jedoch ist er, wie auf den Philippinen wohl so üblich, natürlich nicht besetzt. Möglicherweise nur eine Selfi-Attrappe. 

sauberer weicher Strand

Da gerade Ebbe war, ist der Strandabschnitt weit ausgedehnt und wer schwimmen gehen wollte, musste weit ins Meer laufen, um in hüfthohes Wasser zu gelangen. Meine Energiereserve war sehr begrenzt,so dackelte ich nur den Kinderchen hinterher, und passte auf, dass diese nicht fremde Schuhe ins Wasser werfen (Sam Sam), Sandburgen zerstören (Sam Sam) oder in abgesperrtes Baugebiet eindrangen (Sam Sam), um z.B. mit dem Betonmischer zu spielen. Hier wäre ein guter Ort, um eine gute Pizzaria aufzumachen, war einer meiner ersten Gedanken, jedoch verwarf ich ihn bald wieder – da Massentourismus nicht ganz meine Welt ist. Sarah schien die Zeit am Pool zu genießen, und Aaron tauchte fleißig, bis er sich übergeben musste – danach tauchte er weiter. Guter Junge. 

Sam Sam der „Zerstörer“

Die Jungs hatten viel Spaß, Krebse zu fangen und ins Meer zu werfen. Besondere Freunde hatte Sam Sam am kaputt hauen fremder Sandburgen. Dabei stellte er sich schlau an – erst lief er langsam und lächelnd in die Gruppe, welche Sandburgen bauten. Diese tätschelten den kleinen und übergossen ihn mit Komplimenten und nach kurzer Zeit begann er dann sein Zerstörungswerk, in welchem er den Sand auf die Bauer warf und diese dabei lautstark lachten und ihn noch weiter lobten. Erinnerte mich ein wenig an die zahmen Pferde und Maultiere, welche wir „Touristen“ gerne füttern und es süß finde, wenn sie uns dabei anstupsen – ohne jedoch zu wissen, dass es für die Tiere bedeutet, dass sie uns als niedrig gestelltere Wesen empfinden und wir dieses auch noch mit einem weiteren Apfel belohnen. So zog ich den kleinen dann von der Gruppe weg, und er stapfte auf zur nächsten.

Zum Sonnenaufgang machten wir uns auf den Heimweg, diesmal entlang einer anderen Route. Auf dieser Route fand während des zweiten Weltkrieges ein Todesmarsch statt, auf welchem philippinische Soldaten, nach Einfall der Japaner ,vom Meer aus die Straße über die Berge nach Olongapo wandern mussten. Wer nicht mehr konnte und umfiel, wurde erschossen. Etwas später fahren wir an der alten amerikanischen Basis vorbei, nicht weit von den damals errichteten Bordellen in denen hunderte Prostituierte arbeiteten. Das gute an der amerikansichen Basis war, dass die Amerikaner die Straßen breit genug bauten. Überall in Olongapo sind die Straßen recht eng gebaut und keiner der Grundstückbesitzer möchte etwas von seiner Grundstücksfäche abgeben – so wird der Zaun unmittelbar an die Straße gebaut. 

Am Abend angekommen bekomme ich schon nicht mehr soviel mit. Das Fieber hat angefangen und ich war am letzten Tag, wo wir noch in Olongapo waren, außer Gefecht gesetzt. Sarah konnte die Zeit mit unseren Freunde noch nutzen und hatte tolle Gespräche oder war mit Stella unterwegs im Park, und betete dort für kranke Menschen und sie erlebten tolle Sachen. Mir tat der Rücken von den Verspannungen weh, so hab ich mich trotz Fieber mit Dennis zum nächsten Spa-Salon begeben und genoss eine 1,5 Stündige Massage. Für mich war das ein guter Abschluss in Olongapo, denn am darauf folgenden Tag mussten wir uns auf den Weg Richtung Manila machen, denn das Seminar sollte bald beginnen. Ich hoffe bald wieder nach Olongapo zu kommen, dann aber gesund, so dass ich die Zeit auch für gute Gespräche nutzen kann. Wie es in Manila weiter ging, erfahrt ihr dann im nächsten Manila Post!

Enno Goerlich

Anführer des kleinen Wolfsrudel, für jedes Abenteuer zu haben.

Kommentar verfassen

Translate »
%d Bloggern gefällt das: