Sarah hat Geburtstag

Vor kurzem hatte meine wundervolle Frau Geburtstag. Schon seit geraumer Zeit legen wir nicht mehr sehr viel Wert auf große Feiern und viel Trara, aber es ist dieses Mal doch etwas besonderes Geburtstag zu feiern, da wir an einem ganz anderen Ort sind und es doch besonders ist. Ich bin schon gespannt auf Weihnachten unter der Palme und Silvester bei über 30° (nie mehr frierende Finger beim Anzünden der Raketen!).

Feiern die Philippinos Geburtstag, wird ordentlich aufgefahren. Da muss schon mindestens ein Schwein geschlachtet werden und mehrere Kuchen mit dicker fetter Zuckerschrift dekorieren die Tische. Ein Schwein am Spieß kostet hier in etwa 100€, was für einen Durchschnittsverdienst von ein paar Euro am Tag (falls sich an die Regel gehalten wird) schon einen immensen Kostenaufwand darstellt. Irgendwie borgen sich die Familien das dann schon von einander, oder machen eben Schulden.

Da wir wussten, das das gleiche auch von uns „verlangt“ worden wäre, wir aber jedoch feiern schlicht halten, haben wir uns entschieden zusammen als Familie einen Urlaubstag zu machen. Dazu haben wir uns noch eine Freundin eingeladen, eine aufgenommene junge Dame von unser Nachbarfamilie. Das Mädchen hatte eine schlimme Vergangenheit und wurde dann vor ein paar Jahren von ihrer Halbschwester, welche einen Ausländer geheiratet hatte, mit in das Haus genommen. Während wir das Haus umbauten, wohnten wir auch für ein paar Wochen bei unserem Freund neben an und haben uns so mit den Töchtern unnd auch dem jungen Mädel angefreundet. Wir wissen, dass sie von sich selber nicht sehr viel hält und es ihr schon zu viel ist, wenn man ihr einen kleine Keks für 50 cent kauft – den soviel ist sie nicht Wert. In ihrer Kindheit hatte die Familie auch stark gehungert, so dass sie nun Schwierigkeiten hat, solche Dinge anzunehmen. In den letzten Monaten haben wir sie das eine oder andere Mal mit auf Ausflüge genommen und Sarah und sie hatten recht tiefgehende Gespräche über Gott und die Welt. Der Geburtstag von Sarah sollte nun auch ein Tag werden, an dem sie, genau wie Sarah, einen schönen unbeschwerten Tag erlebt und sie auch lernen kann, anzunehmen. Auch nutzt sie solche Gelegenheiten immer, um Fragen über Gott zu stellen.

Cantaan

Unser erstes Ziel, welches Sarah sich gewünscht hatte, lag auf der anderen Seite der Insel. Nachdem wir das Schwimmequipment in den Rucksäcken verstaut haben, haben wir uns mit den Motorrädern auf den Weg gemacht, die Sonne schon am Morgen schön warm und stark, so dass die Unterarme, welche beim Fahrer immer der Sonne ausgesetzt sind, schon ordentlich Melatonin einlagerten. Der Ort des weißen Korallenstrandes, wo die Riesenmuscheln geschützt werden, liegt in Cantaan, was mich an Kanaan erinnerte – nur das hier Kokosnussmilch und Sojasouce zu fließen schien. Natürlich musste man hier etwas Geld bezahlen, da die Regierung ja ordentlich mitverdienen möchte und von dem Geld wird immer mehr Zement gekauft, um alles um den Strand herum mit Zementbauten zuzupflastern. Für mich der schönste Teil des Strandes (obriges Foto) lag außerhalb der Bezahlzone, aber dort gab es nur wenig Schatten und auch keine Riesenmuscheln anzuschauen – was den Aaron immer sehr interessierte, da beim letzten Besuch eine der Riesenmuscheln einen gigantischen Furz abgelassen hatte, so dass das Wasser aus dem Becken spritzte und Sarah und Aaron, welche gerade hineinlugten, fast rücklings die Stufen runter gefallen wären. 

Leider gab es heute keinen Furz, jedenfalls nicht von der Riesenmuschel und der Aaron tröstete sich mit ein paar Ballons, welche er und Sam Sam geschenkt bekamen. Riesenmuscheln werden bis zu zwei Meter groß und sind in der freien Wildbahn wunderschön anzusehen. Bei einem Schnorchelgang in naher Vergangenheit fanden wir eine im Meer und als ich zu ihr tauchte, in ca. 4 Meter tiefe, war sie überzogen von kleinen Algen, welche blaues Licht erzeugten. 

Nautilusmuschel

Bevor wir zum Strand kamen, wo wir baden wollten, mussten wir einen schön dekorierten Weg entlanglaufen. Hier sieht man schon viele verschiedene Muscheln ausgestellt, welche im Meer gefunden worden sind. Auch gibt es überall interessante Pflanzen zu sehen und auch eine kleine Meerschweinchenzucht, welche dann in Kokosmilch und Sojasouce geschwenkt gar köstlich schmecken sollen. 

Sam Sam will kneifen

Während wir uns fertig machten schwimmen zu gehen, beschäftigte ich mich hauptsächlich damit, Sam Sam hinterher zu rennen. Er ließ ab und zu den Luftballon fallen, und dieser wurde durch den Wind vom Strand weggeweht, so das Sam Sam schon kurz davor war, in einem Mangrovenwald zu verschwinden, um seinen rosa Luftballon wieder einzufangen. Zum Glück ging dieser nach ein paar Minuten kaputt, so dass Sam Sam nur das Konfetti sah, welches zurück blieb und sich dann wütend und enttäuscht dem Meer zuwendete, wo er gerne Steine wirft und Sand essen kann. 

Sam Sam entscheidet sich dann doch für einen Sandcocktail, nachdem er einen alten Müllbecher gefunden hatte.

Nach dem Schwimmen im warmen Wasser sind wir der Mittagssonbne geflüchtet und sind zu der Lagune gefahren, welche nur ein oder zwei Buchten hinter dem Strand liegt. Dort gibt es immer frischen Fisch, welcher in Käfigen in der Lagune gefangen gehalten werden, bis man diesen bestellt. Wir haben leckeren Salat und Huhn in Sojasouce bestellt und genossen die tolle Aussicht und das farbenprächtige Meer.

an der Lagune

Vor einigen Jahren wurde hier auch eine riesige Seilbahn gebaut, welche in schwindelerregender Höhe über die Lagune geführt wurde. Die beiden Frauen wollten das unbedingt machen und so bereiteten sie sich auf ihre Fahrt vor, während die Jungs und ich von einen der Terrassen aus Fotos machten. Aaron erzählte, er möchte das auch unbedingt mal machen und so werden wir wohl an seinem Geburtstag in ein paar Wochen eine „gefährliche“ Männerfahrt machen. 

Auf gehts zur Seilbahn

Nach dem Mittagessen, welches recht einfach ausviel, machten wir uns auf den Weg zu dem teuersten Resort der Insel.  Gestern verbrachte ich dort mit Aaron unsere Männerzeit, da es zum Einen einen tollen Pool für Aaron gibtb und zum Zweiten gibt es dort die besten Nachos der Insel und während unserer Zeit dort lernte ich eine interessante Familie kennen und mit dem Mann, welcher als Moslem aufwuchs, hatte ich ein sehr langes Gespräch und er lud uns noch einmal zu einem Besuch ein, denn den Tag nach Sarahs Geburtstag war deren Abbreise geplant. 

Resort

Während der letzten 3 Stunden des Tageslichtes fanden wir Aaron nur im Pool vor und Sam Sam dackelte im Kreis um den Pool und versuchte verschiedene Dinge zu zerstören (teure Deko) oder er versuchte in den Pool zu klettern oder Dinge hineinzuwerfen. Wir hatten noch einen schönen Abschluss mit der Familie und wir hoffen, sie noch einmal zu treffen. Es ist für mich immer interessant mit Menschen, die einen anderen Glauben haben, über dieses Thema zu reden und er war sehr interessiert an dem Gedanken, dass man mit Gott kommunizieren kann und das Er das sogar auch wünscht von uns- und so versuchte ich zu erklären, was das Problem ist und das das Problem immer auf unserer Seite ist und nicht auf der Seite von Gott. So richtig vorstellen konnte er sich das nicht, aber er fande die Geschichten, die wir als Beispiele erzählten, sehr interessant und sagte von sich aus, das wir Gott besser kennen als er – worauf ich dann nur antworte, das sich das auch jederzeit ändern kann, wenn er die Bedingungen einhält, die Gott uns gibt. Auch finde ich es immer interessant von Dingen aus anderen Teilen der Welt zu hören, was oft andere Perspektiven zeigt, als unsere Medien. 

Lange, nachdem die Nacht eingebrochen war, kamen wir zuhause an und waren dankbar für diesen schönen Tag. Es gab heute nicht ganz so viele neue Mückenstiche und auch keinen neuen Sonnenbrand. Die vereiterten Wunden wurden durch das Meer gut gesäubert, doch die neue Schicht an Schorf, welche sich nach dem Baden wieder neu gebildet hat, wurde bereits an einigen Stellen von diesen fiesen Fliegen aufgeknabbert, so dass ich des öfteren meine Beine hastig bewege, nachdem ein stechender Schmerz durch das beißen, wenn die Fliege die Wunde unterhalb des Schorfes erreichte, durch die Wunde ging. Diese Fliegen, so habe ich mir vorgenommen, werde ich mir die nächsten Tage vornehmen und es wird für sie nicht so schön enden. Für die elektrischen Tennisschläger, welche jedes Insekt innerhalb von Sekunden grillt, sind die Fliegen zu schnell und Gift erlaubt Sarah nicht so nah bei den Kindern- – aber ich habe schon eine andere Idee, denn es gibt hier so ein philippino style – es wird sprühbarer Kleber mit Aromen gemischt, welches sich dann z.b. auf leere Flaschen sprühen lässt, so dass diese Fliegen daran kleben bleiben. Das gefiel mir gut und so habe ich ein neues Projekt für die kommenden Tage.

Ich freue mich auf den nächsten Geburtstag! Doch bis dahin wartet wieder viel Arbeit auf uns und spätestens dann können wir uns wieder ausruhen, falls Sam Sam einen angenehmen Tag hat!

Enno Goerlich

Anführer des kleinen Wolfsrudel, für jedes Abenteuer zu haben.

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