Zelten am Strand

2017-03-26

[dropcap]Davao City[/dropcap] feiert ein 80jähriges Jubiläum und ein Team von Verantwortlichen hat für einige Tage viel Programm geplant. Neben Paraden und diversen Musikshows sind noch so einige andere Dinge geplant und wir entscheiden uns zum Davao-escape und planen einen kurzfristigen Zelturlaub an einem einsamen Strand der Insel Talicud. Zum einen brauchen wir mal wieder eine Familienzeit und zum Anderen müssen wir unseren „Natur-Akku“ wieder aufladen, welcher in Davao recht schnell entlädt.

Eine Frau mit Sombrero fährt auf einem Drahtesel an uns vorbei und rülpst deftig, als sie ein ordentlichen Schlagloch erwischt, ein klares Zeichen, dass wir am Hafen angekommen sind. Wir kaufen ein paar Tickets zur Überfahrt und suchen uns einen Platz in der bereits vollen Fähre. Die Crew wartet, bis das Schiff rappelvoll ist und wir stillen unseren Hunger mit ein paar gekochten Maiskolben und frittierten Erdnüssen – welche unter anderem von der Frau mit dem Sombrero verkauft werden. Entschuldigt bitte, dass wir nicht sehr viel in diesem Eintrag schreiben, wir hängen ein wenig hinterher. Aufgrund von Krankheit und zwei tägiger Reise in unsere neue Heimat, fehlt uns nun die Zeit zum Nachholen – auch da wir zuerst Fokus auf den Eintrag „Zauberei auf Talicud“ gelegt haben. Seht diesen Eintrag einfach als eine kleine Fotogalerie 🙂

 

so lässt sich die Überfahrt aushalten!

Als wir am Strand ankommen, sind bereits einige Menschen dort und es wirkt noch recht einsam, allerdings kommen im Laufe des Tages immer mehr Menschen auf die Insel, so dass am Abend über 50 Zelte den Sand verdecken, sowie jedes Zimmer ausgebucht ist. Unser Plan ging nicht ganz auf, denn viele kommen zu den Jubiläumsfeiern auf diese Insel, um eine ihrer vielen Strandpartys zu feiern.

Joey, unser philippinischer Freund, hat uns sein Zelt ausgeliehen und so suchen wir uns einen schönen Platz direkt am Meer unter einem alten Baum, dessen Krone wie ein Schirm mit 30m Durchmesser uns vor Regen und Sonne schützt. 

unser bescheidenes Zelt

Samuel fing bereits ein paar Tage vor der Reise an viel und schnell zu krabbeln und durfte zuhause aufgrund von hygienischen Gründen nur in unserem kleinen Schlafzimmer krabbeln – hier am Strand aber legt er so richtig los und wie eine kleine dicke Schildkröte zieht er kreuz und quer über den Strand seine Schleifspuren, die an einen kleinen Pflug erinnern. Aaron findet das natürlich lustig und begibt sich mit klein Samuel auf Entdeckungstour.

Obwohl für die gesamte Zeit Regen angesagt ist, bleibt es bis auf ein paar Tropfen in der ersten Nacht trocken und tagsüber gibt es eine oft teilweise bewölkte Wolkendecke, so dass wir es gleich am ersten Tag wagen, viel zu Schwimmen – bis wir uns alle einen Sonnenbrand geholt hatten (Bis auf Samuel, der anstatt zu schwimmen mit Sand essen beschäftigt war)

Badespaß

Unsere Kleinen sind richtige Menschenmagneten und so kommen fast im Minutentackt Leute, die gerne den kleinen Samuel auf dem Arm haben möchten, Aaron ist dann meistens schon verschwunden und versteckt sich. So ergeben sich für uns viele gute Gespräche und wir lernen viele nette Menschen kennen. Einige haben sich über zwei Tage die Aufgabe gesetzt, mehrmals am Tag den kleinen Samuel zu besuchen und mit ihm zu spielen – was uns ein paar entspannte Minuten gegeben hat und den Philippinos reichlich Zeit für Selfies mit dem weißen runden Baby und den blauen Augen. Aaron wird auch oft ins Spielen mit einbezogen, genoss aber sonst auch seine einsame Zeit, in der er eine Sandburg bauen und zerstören konnte.

viel Essen gab es

Aufgrund der Feier kommen viele für eine Übernachtung auf die Insel und bringen Essen für ein paar Tage mit. Durch die einfache Art der Kontaktaufnahme werden wir von vielen Leuten zum Essen eingeladen, aber da auch wir bereits ein kleines Lager an Essen angelegt haben, welches wir am hiesigen Fischerdörfchen gekauft haben, müssen wir meistens absagen (oder kurz mitnaschen).

Zum Abend hin verändert sich die Stimmung  – es wird viel gegrillt und gelacht und die Kerzen erhellen den sonst recht dunklen Strand und malen mit ihrem warmen Licht angenehme Abwechslungen zu den Energiesparlampen auf den Sand.

abendliche Stimmung

 Einladungen zum Essen werden durch Einladungen zum gemeinsamen Cocktailtrinken ersetzt und auch hier kommen wir mit einigen Leuten ins Gespräch und knüpfen viele Kontakte verteilt in ganz Mindanao. Viele Gruppen bedeutet auch immer viele verschiedene Musik und so dauert es in der ersten Nacht bis weit in den Morgen hinein, bis ich wieder das Meeresrauschen hören kann. Obwohl das Zelt recht offen ist, entscheide ich mich die restlichen Nächte draußen vor dem Zelt zu schlafen.

Der zweite und dritte Tag wurde immer ruhiger, da der erste Ansturm von Menschen nun nach und nach abebbt und mehr Menschen die Insel verlassen, als sie zu besuchen. Viele neue Menschen bedeutet dabei auch wieder viele Samuel-selfies und Kontakte.

Am zweiten Tag entscheiden Andre, ein Freund aus Deutschland, welchen wir erst vor ein paar Tagen kennen gelernt haben und ich, dass wir von den Fischern einen kleinen Thunfisch kaufen wollen, welchen wir dann grillen möchten. Dazu führt uns ein Mann aus dem Dorf durch ein paar Seitengassen zu einer Familie, in dessen Garten ein paar selbstgebaute Kühltrühen aus mit Eis gefüllten Styroporkisten stehen, welche mit verschiedenen Fischen gefüllt sind. Stellt sich herraus, dass sie hier recht teure Preise haben (wahrscheinlich aufgrund unserer Hautfarbe 😉 ) und so entscheiden wir uns an einem kleinen Marktstand zu kaufen, dessen Preis wir bereits herausgefunden haben. 

Ein paar unserer neuen Freunde möchten uns sehr gerne helfen und so nehmen sie uns einfach den Fisch aus der Hand und lassen diesen auf köstliche Art und Weise von ihren Frauen für uns am Grill zubereiten. Währenddessen erfahren wir in Gesprächen interessante Informationen zum Thema Hauskauf/Hausmiete an verschiedenen Stellen in Davao und wir bekommen ganz gute Preisvorstellungen und Tipps. Auch ergeben sich ein paar Kontakte, die wir in Davao abklappern möchten. Es hat sich auch ergeben, für ein paar Kranke Menschen zu beten, welche sehr dankbar waren, dass es ihnen danach wieder besser ging und sie gesund wurden.

hmmm lecker

Wir erfahren in den Gesprächen auch, wie verschiedene Besatzungsmächte Einflüsse auf die Gerichte der Philippinos hatten. So gibt es aufgrund der japanischen Besatzung im zweiten Weltkrieg diverse rohe Fischgerichte, z.B. das Kinilaw, welches wir am nächsten Tag zubereiten möchten. Aus China kommen diverse Nudelgerichte, wie das bekannte Pansit und auch aus spanischer Besatzungszeit gibt es viele Einflüsse – viele Grillgerichte beispielsweise. Was wohl von den Philippinos übrig geblieben ist, ist das Adobo – eine Art und Weise Fleisch in Sojasouce, Kokosessig und diversen anderen kleinen Dingen anzubraten (köstlich).

hilfreiche Frau

Als die Frau am Stand erfährt,dass wir Kinilaw machen möchten, hilft sie uns – in dem sie einfach die ganzen Zutaten, welche wir bereits gekauft hatten, an sich nimmt und uns kostenlos ein köstliches Kinilaw aus rohem Thunfisch zubereitet. Dieses konnten wir dann zu einer Verabredung mitbringen – die Familie, dessen Kind aufgrund von Gebet nach kurzer Zeit wieder geheilt wurde, lud uns zum Essen ein und so konnten wir auch einmal etwas zum reichhaltigen Buffett beitragen!

unsere Freunde aus Maá laden uns zum Essen ein

Es ergeben sich ein paar gute Gespräche über Gott und die Welt und die junge Frau in der Mitte möchte gerne einmal zu einem Heilungs/evangelisatiionseinsatz in einem Krankenhaus mitkommen, da für sie als Katholikin diese Dinge recht neu sind.

Bata – Fanclub

Wir haben viele tolle Menschen kennen gelernt. Auch direkt neben uns in einem anderen Zelt haben zwei sehr nette Menschen gewohnt, am Ende haben sie uns sogar ein Strandtuch geschenkt, welches man sich auch als Kleid anziehen könnte (also ich nicht unbedingt). Dazu hat uns auch eine Gruppe einen kleinen Norovirus geschenkt, welchen wir dann auch gleich weitergeben konnten, als wir zuhause angekommen sind. „Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr auch geben“.

Anbei noch eine kleine Fotoauswahl:

wundervolle Frau

kurz vor Sonnenaufgang

Strand an Isla Reta

Sandvernichtungsmaschine

gefangene und giftige Wasserschlange. Auch beim Schnorcheln konnte man sie gut Unterwasser beobachten

Lieblingsmenschen

Talicud, wir werden auf jeden Fall wieder kommen und beim nächsten Mal haben wir dich, lieber Strand, dann nur für uns allein!

Test
Manila - Abschied
San Felipe

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