People´s Park

Heute ist tolles Wetter und wir gehen in einen wunderschönen Park in Davao. Er heisst People´s Park und ist wie eine kleine Oase in der hektischen Stadt, mit vielen Skulpturen, Schatten durch Bäume und einem großen Spielplatz. Wir sind verabredet mit einigen Leuten aus der Gemeinde unserer Gastgeber Christian und Adela. Die Idee ist, rumzulaufen und allen Leuten, die es hören wollen, zu erzählen, was Jesus für uns getan hat und wenn jemand Gebet braucht, zu beten. Ich hör schon den ein oder anderen nach Luft schnappen. 🙂 „Peinlich!“ denken sich häufig wir Christen, „aufdringlich!“ denken sich viele Nichtchristen, oder? Das habe ich mir zumindest häufig gedacht.

Inzwischen sehe ich das anders und das ist auch der Grund, warum ich heute im Park bin. Ich hab jemanden kennengelernt, der mein Leben komplett auf den Kopf gestellt hat und wenn ich nicht darüber sprechen möchte, muss ich mir schon den Mund zubinden, denn seit ich Jesus kennengelernt habe, kann und will ich nicht mehr aufhören, über ihn zu sprechen. Und inzwischen habe ich schon oft erlebt, was für tolle Dinge passieren, wenn wir uns trauen, einfach mal jemanden anzusprechen, der vielleicht nur darauf wartet. Ich habe letztes Jahr damit angefangen, einfach Leute anzusprechen, wenn ich den Eindruck hatte, dass Gott mich auf sie hinweist. Das erste Mal ist es im Spreewald passiert. Ich war hochschwanger und insgesamt ziemlich erschöpft, hatte aber gerade an diesem Morgen zu Jesus gesagt, dass ich gerne auf ihn hören will, wenn er mir etwas sagt. Wir sind als Familie Kanufahren gegangen und haben einfach den Tag genossen, als wir ein Teenagerpärchen am Kanalrand sitzen sahen und ich plötzlich den Eindruck hatte, dass Jesus mich auf sie aufmerksam macht und ich für sie beten soll. „Oh nein, wie peinlich, was sag ich denn da? Die hält mich doch für bescheuert“, ging es mir durch den Kopf. Da fiel mir ein, was ich gerade am Morgen zu Jesus gesagt hatte. Also fasste ich mir ein Herz und sprach sie an. „Hey, klingt vielleicht komisch, aber kann ich vielleicht für dich beten?“ fragte ich lächelnd. Ihr stiegen Tränen in die Augen und sie sagte: „Ja bitte. Ich bin auch Christ.“ Sie war ziemlich belastet und es war genau der richtige Augenblick für Gott, aufzutauchen und ihr zu zeigen, dass er sie nicht vergessen hat. Hinterher erzählte mir Enno, der zu dem Zeitpunkt an einer anderen Stelle gestanden hatte, dass auch er den Eindruck hatte, Jesus habe ihm gesagt, er solle für sie beten. Leider hatte er sich von denselben Gedanken abbringen lassen, die auch ich im Kopf hatte. Dieses Erlebnis letzten Sommer hat uns beide aber zum Nachdenken gebracht. Wir können den Leuten nur bis vor den Kopf gucken. Auch wenn jemand fröhlich aussieht, kann es in ihm ganz anders aussehen und wenn wir Gott vertrauen, führt er uns schon zu denen, die nach ihm rufen.

Inzwischen haben wir schon oft Leute auf der Strasse angequatscht und tolle Dinge dabei erlebt, aber dazu später mehr.

Heute sind wir also im Park. Enno und ich laufen getrennt rum, ich habe die Kinder dabei, damit er mehr Ruhe beim reden hat. Wir haben einige ganz gute Gespräche, die für mich immer erschwert sind durch die Sprachbarriere. Eine ganze Weile sitze ich mit einer Gruppe muslimischer Koranlehrerinnen zusammen, die nebenbei Aaron mit einem Wochenvorrat an Süßigkeiten vollstopfen. Er freut sich und sie lachen jedes Mal entzückt, wenn er sich mit einem strahlenden „Salamat“ für die nächste Leckerei bedankt. Keine von ihnen will Gebet, aber sie sind sehr interessiert, was ich mit Jesus bisher erlebt habe und erzählen auch von dem, was sie glauben.

Hier im Park sind immer viele Gruppen, auch Schüler, die irgendwelche Projekte vorbereiten. So auch ein paar Mädchen, die auf der Wiese sitzen und Quatsch mit der Kamera machen. Ich frage sie, was sie da machen und ob von ihnen jemand Gebet braucht. Ein Mädchen möchte, dass wir für die Mutter ihrer Freundin beten, die im Krankenhaus ist. Wir reden noch eine Weile und sie sind hingerissen von Samuel, daher ist das Gespräch begleitet von vielen Selfies und Gegacker 🙂 Als ich mich schon verabschieden will, platzt ein Mädchen plötzlich raus: „Kannst du für mich beten? Ich habe Gebärmutterhalskrebs.“ Sie erzählt, dass sie letztes Jahr die Diagnose erhalten hat, als sie ständige Blutungen hatte. Sie wünscht sich auch Kinder, hat aber große Angst und täglich Schmerzen. Eben wirkte sie noch total fröhlich und jetzt steht sie da und offenbart, wie unglücklich sie eigentlich ist. Sie glaubt an Gott, aber hat viel mit emotionalen Aufs und Abs zu kämpfen. Ich lege ihr die Hand auf den Bauch und bitte Jesus, ihr die Schmerzen wegzunehmen und den Krebs wegzunehmen. Nach dem kurzen Gebet frage ich sie, ob die Schmerzen noch da sind und sie guckt überrascht und sagt, sie sind immer noch da, aber viel weniger. Sofort bete ich nochmal und dann guckt sie mich an und sagt: „die Schmerzen sind weg!“.

Etwas Ähnliches habe ich im Januar in Dänemark erlebt. Wir waren drei Wochen dort zu einer Art Kurzbibelschule, unter anderem, um zu lernen, unsere Furcht zu überwinden und für Leute zu beten. Einen Tag bin ich ins Krankenhaus gegangen. Dort traf ich eine Frau im Rollstuhl, die sagte, sie glaube überhaupt nicht an Gott. Wir redeten lange und es stellte sich heraus, dass sie ein furchtbares Jahr hinter sich hatte, alles verloren hatte und jetzt unter anderem wegen Krebs zum zigsten Mal und schon sehr lange im Krankenhaus war. Auch sie hatte starke Bauchschmerzen. Nachdem ich ihr ein wenig erzählt habe, was ich im letzten Jahr mit Jesus erlebt habe, bat sie mich, auch für sie zu beten. Ich habe die Hand auf ihren Bauch gelegt und gesagt, ich spreche im Namen von Jesus und der Schmerz soll weggehen. Dreimal habe ich gebetet, jedes Mal wurde es weniger und nach dem dritten Mal starrte sie mich geschockt an und sagte: „die Schmerzen sind weg!“. Sie war völlig fassungslos und auch ich war verblüfft. Sie blickte erstaunt auf meine Hände und ich beeilte mich, ihr zu sagen, dass ich keine Heilungskräfte besitze, sondern dass es Jesus war, der das Gebet beantwortet hat und ihr zeigen wollte, dass er da ist. Sie nickte eifrig und auf einmal machte es für sie alles Sinn und sie sagte, sie sehne sich so danach, zu Gott beten zu können, wenn es ihr schlecht gehe. Zwischendurch rief sie immer wieder Mitpatienten, die im Flur rumliefen oder fuhren zu: „Meine Schmerzen sind weg! Sie sind völlig weg!“. Wir redeten und beteten noch zusammen und es war ein unglaublich schönes Erlebnis.

Jetzt im Peoples Park erinnere ich mich wieder daran. Auch die anderen Mädchen sind verblüfft, und es stellt sich heraus, dass es noch mehr gibt, die eigentlich gerne Gebet möchten. Eine spricht mich leise an, als ob sie über eine Freundin spräche. Sie traut sich nicht so recht, vor den anderen um Gebet zu bitten und fragt statt dessen, wie sie mich erreichen kann.

Nachdem Aaron sich an Süßigkeiten satt gegessen hat und wir alle ziemlich müde sind, gehen wir nach Hause und erzählen einander auf dem Weg, was wir alle erlebt haben. Es ist spannend und ich bedanke mich mal wieder bei Jesus, dass er aufgetaucht ist und sich den Leuten gezeigt hat durch uns.

Warum schreibe ich so viel über Heilungen? Weil ich es selbst erlebt habe. Ich kann mich zwar in die Leute, für die wir beten nur bedingt reinversetzen, aber das, was ich selber erlebt habe, hat mich davon überzeugt, dass Jesus auch heute heilen kann und will. Ich hatte eine Geburtsverletzung nach der Geburt von Aaron, wo irgendwas mit dem Harnleiter kaputt gegangen sein muss. Jedenfalls konnte ich den Urin nicht mehr kontrollieren und hatte viele unangenehme Erlebnisse. Ich war auch bei mehreren Ärzten, die mir alle einen guten Beckenboden bescheinigten und sagten, sie wüssten auch nicht, was man da machen könnte, und zuletzt im Beckenbodenzentrum, wo ich leider nicht mehr diagnostiziert werden konnte, weil ich da schon wieder schwanger war. Ich sollte eigentlich nach der Schwangerschaft zur Diagnostik kommen, aber im 8. Monat wurde ich nach Gebet innerhalb von ein paar Sekunden geheilt und habe seither null Probleme mehr. Halleluja! Vorher bin ich ehrlich gesagt, oft gar nicht auf die Idee gekommen, für körperliche Beschwerden zu beten, weil ich gar keinen Glauben hatte, dass überhaupt was passieren wird. Inzwischen beten wir bei jedem Schnupfen, Augenentzündungen und Verletzungen. Nicht immer passiert etwas Dramatisches, aber es ist zum Beispiel schon zweimal passiert, dass in der Sekunde nach dem Gebet mein Fieber weg war, das Fieber von Samuel weg war, mein Fuß, der stark geschwollen war und ich seit Stunden nicht auftreten konnte, sofort schmerzfrei und normal war und ich reiten gehen konnte, Samuel mit erweiterten Harnleitereingängen und -ausgängen, die sich normalisiert haben und so weiter. Auch in Dänemark haben wir viele solche Sachen erlebt. Eine Frau mit gebrochener Hand, die danach die Schiene in der Hand mit nach Hause nehmen konnte, ein junger Mann auf der Strasse, der seit Jahren nach einem Sportunfall starke Schmerzen hatte und gerade auf dem Weg zur Apotheke war, um sein Schmerzmittelrezept einzulösen. Nach einem zehnsekündigen Gebet war er zum ersten Mal seit drei Jahren schmerzfrei und konnte seinen Arm wieder heben. Leute, die im Rollstuhl waren und gehen konnten, einen davon habe ich selbst kennengelernt und er hat uns sehr ermutigt, keine Scheu zu haben, auch zu Leuten zu gehen, die im Rollstuhl sitzen. Auf der Welt passieren noch ganz andere Sachen. Leute werden von den schlimmsten Krankheiten geheilt, sogar Tote werden wieder zum Leben erweckt.

Das, was ich erlebe, ist nur ein Vorgeschmack auf das, was ich noch erleben kann. Das klingt ganz schön anmaßend, aber es steht alles in der Bibel. Die Sachen sind nicht neu, sondern sind alle schon passiert. Ich habe einfach nie sowas erlebt, weil ich mich auch nie überwunden habe und gebetet habe. Und wenn ich es getan habe, habe ich eh nicht geglaubt, dass Jesus wirklich etwas tun würde.

Für alle, die schon gebetet haben und nichts passiert ist, bitte fühlt euch nicht auf den Schlips getreten. Ich bete auch oft und es passiert nichts. Das hält mich aber nicht davon ab, weiter zu beten und immer mehr auf Jesus zu vertrauen, der noch viel mehr in mir und anderen Leuten machen will, als ich bisher erlebt habe. Wenn nichts passiert, mache ich mir keine Vorwürfe und zweifle auch nicht an Jesus, sondern mache einfach weiter, was er mir in der Bibel gesagt hat und auch, was er mir so sagt und überlasse ihm die Ergebnisse. Letztendlich bin eh nicht ich diejenige, die heilen kann oder sonstige übernatürlichen Ergebnisse produzieren.

In der Bibel steht: „Und er (Jesus) sprach zu ihnen (seinen Jüngern): Geht hin in alle Welt und verkündigt das Evangelium der ganzen Schöpfung! Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden. Diese Zeichen aber werden die begleiten, die gläubig geworden sind: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, sie werden in neuen Sprachen reden, Schlangen werden sie aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nichts schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden. Der Herr nun wurde, nachdem er mit ihnen geredet hatte, aufgenommen in den Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes. Sie aber gingen hinaus und verkündigten überall; und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch die begleitenden Zeichen. Amen.“ (Markus 16, ab 15)

Ich bin die Mama des bloggenden Babys und befinde mich rund um die Uhr unter seiner Beobachtung.

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