Alltag

Unsere erste Woche ist fast vorbei und der Jetlag nähert sich so langsam dem Ende. Die Schlafphasen während des Tages werden kürzer und zum Glück die nächtlichen länger!

Wir wohnen zurzeit bei einer Familie, die seit ca. 30 Jahren hier in Davao wohnt. Christian ist Missionar aus Deutschland und seine Frau, Adela, war ebenfalls lange Zeit im missionarischen Dienst. Adela arbeitete eine Zeitlang im Untergrund der chinesischen Hausgemeinden in China und hat spannende Geschichten von dort zu erzählen (dort gibt es starke Christenverfolgung). Zusammen mit ihren drei Kindern, Christians Schwester, einer Haushaltshilfe und ihren beiden Kindern, plus die täglichen Besucher an Kindern und Gemeindemitgliedern ist das Haus immer gut gefüllt. Der große Esstisch aus Mahagoni bietet dabei genug Sitzplatz für die Mahlzeiten. Adela stammt von einer traumhaften Insel im nordosten von Mindanao, vielleicht haben wir einmal die Möglichkeit dort hin zu gehen. Zurzeit sind die Wellen dort sehr hoch (Surfspot!!) und die Anfahrt mit dem Boot ist aufgrund der meterhohen Wellen nicht für jeden gut geeignet. Die kleine Inselgruppe ist umgeben von einer natürlichen Riffmauer, die plötzlich inselnah auftaucht. Dieser unterwasser gelegeneden Mauer ist zu verdanken, dass sich das Wasser an einigen kleinen Stellen durch die Öffnungen dieser Mauer drückt und dabei eine starke Wellenbildung gefördert wird – ganz zur Freude der Wellenreiter, die gerade in diesen Monaten dort ihre Hochsession haben.  Während des Weltkrieges liefen an diesen Riffen etliche Schiffe der Japaner auf, im Versuch die dauerhafte allierte Rückeroberung zu verhindern, was zurfolge hatte, dass es nun viele japanische Wracks zum Antauchen gibt. Gelegentlich werden auch Tunnel in Suregao gefunden, die von Japanern in dieser Zeit gegraben wurden. 

Vor unserem Haus gibt es nun einen kleinen Fruchtstand, der von  unseren Hausgenossen betrieben wird. Ab und zu setzen wir uns auch mal an den Stand und genießen die entspannte Atmosphäre und die kleinen Gespräche mit den Einwohnern, wenn sie Bananen, Mangos und Papayas kaufen.

Das Obst wird von einem Großmarkt in der Stadt gekauft. Der beste Zeitpunkt zum Kaufen ist morgens von 5-9 Uhr und Nachmittags, von 17-20 Uhr. Zu diesen Zeiten kommt jeweils das frische Obst aus den Bergen und wird dann schnell von Händlern „all over the place“ aufgekauft. Wir kaufen die Früchte dort meistens nicht ganz ausgereift, dann sind sie billiger. Wenn sie reif geworden sind, werden sie dann hier verkauft. Damit kann ein paar Peso verdienen. Die Philippinos sind froh, nicht zum Markt zu laufen. Die Fahrten hin und zurück kosten immerhin auch einige Pesos und Zeit.

 

Lagerung von Mangos zur Reifung

Damit die Früchte gut und schnell reifen, werden sie hier für ein paar Tage auf unterschiedliche Arten und Weisen gelagert. Die Mangos z.B. werden in einen großen Korb aus geflochteten Blättern und Ästen gelagert. Damit die Reifung schneller stattfindet, befinden sich am Boden des Korbes, abgedeckt mit Zeitungspapier, schwarze Lavasteine, welche sich aufheizen und diese Wärme länger abgeben, als die sich am Abend runterkühlende Umgebung. Mangos werden platzsparend angeordnet und die Zwischenräume, sowie Außenseiten des Korbes mit Zeitungspapier gefüllt und abgedeckt. So wird sicher gestellt, das kaum Luft an die Früchte kommen und die Reifung beschleunigt wird. Je nach Obst dauert die Reifung 1-4 Tage. Bis dahin sind die alten Mangos und Bananen dann schon aufgekauft. Eine gute Alternative zu den sonst üblichen Reifungsprozessen, in denen das Obst für einen Tag in eine Chemikalie gelegt wird. Zurzeit kosten die Mangos zwischen 1-1,5 €, die großen Bananen 20-50 Cent und die Papayas 40 Cent pro Kilogramm. Nicht zu vergessen die köstlichen Kokosnüsse.Für einen Euro bekommt man 4-6 je nach Ort.

Am Ende werden die Mangos und deren Zwischenräume mit Papier abgedeckt, mit einem Deckel verschnürrt und gelagert.

 

Vor dem Haus ist unser kleiner Stand aufgebaut. Die bunten Schirme schützen vor der Sonne und signalisieren von Weitem, das hier etwas gekauft werden kann. Solch kleine Geschäfte machen ca. 50% der Wirtschaft aus und sind nicht als ein Geschäft angemeldet, so genannte grey econemy. Z.B. manche Plantagen laufen nicht als Gewerbe, aber durch eine Landsteuer und eine Steuer zur Bewässerung, die je nach Anbauobjekt höher oder geringer ausfallen kann, werden die Ernten indirekt versteuert. Gastronomie wird aber strenger überwacht. 

unserer Obststand.

Unsa ang gusto nimo? Was wollen sie? 

Aaron hat schon viele Freunde gefunden. Praktisch, dass einige davon auch schon unter einem Dach wohnen. Philippinos lieben Musik, kaum läuft irgendwo welche, wird getanzt. Gestern Abend hat sich Aaron an einer Wand den Kopf gestoßen. Darauf hin haben ihn seine drei Philipinas getätschelt und durchgekrault, während er auf einem Sofa saß. Nach einer Minute war der kleine dann eingeschlafen. Es wird ihm schwer fallen, wenn es Zeit für Abschied wird.

Gerade übernehmen die Kinder den Stand. Ganz niedlich, wie sie die Großen imitieren. 

Jetzt fahren wir in ein Slum zu einem Gottesdienst. Mal sehen, was sich so in den letzten Jahren getan hat.

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